Wissenswertes

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Holz

 

Holzarten

Holz
Die Verarbeitung von Holz für dekorative oder rituelle Objekte hat in Asien oder Afrika eine jahrhundertelange Tradition. Erfahrene Holzschnitzer betonen in ihren Objekten die natürliche Schönheit, Struktur, Farbe und Maserung des Holzes. Jede Skulptur trägt dadurch die individuelle Handschrift des Künstlers und ist ein absolutes Unikat.

Teakholz
Unser Teakholz stammt überwiegend aus Indonesien. Man unterscheidet zwischen altem und neuem Teakholz. Altes Teakholz ist massives, gebrauchtes Teakholz, welches von Gebrauchsgegenständen mit ehemals anderer Verwendung stammt. So können die alten Hölzer ursprünglich als Kanu, Wagenrad oder als Verankerungsbrett gedient haben. Neues Teakholzstammt aus kontrolliertem Plantagenbau. Diese Bäume werden gefällt, um anderen heranwachsenden Bäumen mehr Raum zu verschaffen. Teakholz ist Pilz- und Insektenfest und wird überwiegend zu hochwertigen Innen- und Gartenmöbeln sowie Skulpturen verarbeitet. Junges Teakholz ist gelblich, später hell- bis dunkelbraun mit schwarzer Maserung. Altes Teakholz ist sehr wertvoll und teuer und wird daher gerne auch künstlerisch zu neuen Objekten "recycelt". Bleibt Teakholz unbehandelt und wird der Witterung ausgesetzt, so bilden sich auf der Holzoberfläche Schimmelpilze, u.a. durch die kontinuierliche Befeuchtung. Im Laufe der Zeit kann dieser Prozess zu einer mehr oder weniger intensiven Vergrauung, bzw. „Versilberung“ (Patina) führen. Je nach Teakholzart ist die Intensität des Grautones unterschiedlich. Durch seinen Gehalt an öligen Inhaltstoffen kann Teak jedoch naturbelassen bleiben. Andere Teakstücke werden eingelassen, geölt, gewachst oder patiniert. Teak ist wetterbeständig und für den Außenbereich geeignet.

Ebenholz
Ebenholz gehört zu den schönsten und teuersten Holzarten der Welt. Das Kamerun-Ebenholzkommt aus Afrika und ist die auf dem Weltmarkt verbreitetste Sorte Ebenholz, meist von tiefschwarzer Farbe, oft aber auch mit grauen Adern durchzogen. Ebenholzarten unterscheiden sich im Wert durch „Offenporigkeit“ (weniger wertvoll) und „Feinporigkeit“ (teuer und selten).
Aus Indonesien stammt das Makassar-Ebenholz. Es zählt zu den „farbigen“ Ebenhölzern und ist im Splint gelblich-weiß, im Kernholz schwarz mit den sehr charakteristischen hellgelb bis braungestreiften, längsverlaufenden Maserungen. Es ist sehr dicht, lichtecht und farbbeständig. Die hochwertigste Ebenholzart, das Ceylon-Ebenholz stammt aus Asien, ist extrem hart und hat praktisch keine Poren. Es ist dadurch sehr gut auf Hochglanz polierbar. Leider ist diese Qualität heute kaum noch verfügbar und zu erwerben. Afrikanische Holzkünstler (Makonde) schaffen aus Ebenholz die verschiedensten Skulpturen, Tierfiguren und Dekorationsobjekte, wie z.B. „familytrees“ von exzellenter Qualität und Seltenheit. Der künstlerischen Fantasie und Gestaltung werden durch die Ebenholz-Beschaffenheit keine Grenzen gesetzt.

Hibiskusholz
Hibiskus (Hibiscus tiliaceus) gehört zu den am meisten genutzten Bäumen Asiens, Indonesiens und Polynesiens. Aus den Fasern der jungen Rinde werden stabile Seile, aber auch Bucheinbände und Liegematten hergestellt. Die alte Rinde, auch Tapa genannt, wird kleingehackt und die tahitianischen Frauen stellten daraus u.a. Faserröcke her, die sie bei ihren traditionellen Tänzen trugen. Das leichte Holz wird für die Herstellung von Kunsthandwerk, Türrahmen, Planken, Rudern und Auslegerbooten verwendet.

Suarholz
Suarholz (Samanea Saman), Raintree, Monkeypod oder auch als Asiatische Eiche bezeichnet, ist eine indonesische Holzart, die sich ausgezeichnet zum Schnitzen eignet. Balinesische Holzkünstler schaffen aus Suarholz Skulpturen, Tierfiguren und Dekorations-objekte von hochwertiger Qualität. Bei den Buddhafiguren beispielsweise zeigt sich die Qualität in den eleganten Gewandfalten, den perfekten Handhaltungen (mudras) und im klassischen gelassenen Gesichtsausdruck des Buddha. Jede Skulptur ist echte Handarbeit eines erfahrenen Künstlers und ein Unikat. Aus Suar entstehen u.a. auch größere Objekte wie Gartenpavillons (Gazebos) und diverse Möbel. Objekte aus Suarholz werden meist abschließend patiniert. Suarholz ist wetterbeständig und auch für den Außenbereich geeignet.

Mangoholz
Mangoholz stammt vom Mango-Obstbaum (Magnifera indica). Er wird bis zu 25 Metern hoch und erreicht einen Stammdurchmesser von bis zu einem Meter. Er ist in Indien weit verbreitet. Diese Bäume werden in großen Obstplantagen zur Gewinnung der Mango-Früchte gepflanzt. Sobald die Bäume ausgetragen haben, also nicht mehr genügend Früchte produzieren, werden sie geschlagen. sie sind dann ungefähr 15 Jahre alt. Durch langsam wachsendes Holz erreicht Mangoholz einen ähnlichen Härtegrad wie Teakholz. 
Zunächst werden die Bäume in große Stücke gesägt, diese werden dann mit Spezialwerkzeugen in eine feinere Form gearbeitet. Auf der Drechselbank erhalten sie das endgültige Design. Um eine besonders schöne, glatte Oberfläche zu erhalten, werden die Stücke sodann in mehreren Arbeitsgängen bis zu sechs Mal poliert. Langsames Trocknen in speziellen Trockenöfen sorgt für eine dauerhafte Qualität.

Balsaholz
Balsaholz stammt von dem kleineren Lichtbaum (Ochroma lagopus). Er ist ein schnell wachsender Baum und erreicht in Kürze von 5 bis 6 Jahren eine Stammlänge von 6-8 Metern und eine Gesamthöhe von 15-20 Metern. Er wächst astfrei und der Stammdurchmesser beträgt bis zu 50 cm. Die Rinde ist weich und wird im Alter rissig, sie ist grau und mit helleren Flecken bedeckt. Zertifizierte Anbaugebiete sind überwiegend das mittlere und nördliche Amerika, aber auch teilweise Indonesien und Asien. 
Balsaholz ist ein sehr leichtes Holz, es ist sehr weich und elastisch, hat aber eine hohe Druckfestigkeit. Die Biegefestigkeit richtet sich jeweils nach der Holzbeschaffenheit aus der Stammmitte oder des Stammäußeren.
Anwendung findet Balsaholz im Modellbau, Flugzeugbau, als Isolier- und Dämmmaterial, als Korkersatz und in der Papierindustrie. Stellenweise findet man aber auch Surfbretter, Gitarren und das verschiedenste Kunsthandwerk aus Balsaholz.

Akazienholz
Akazienholz ist ein dicht strukturiertes, tropisches Hartholz mit auffallend schöner, natürlicher Zeichnung und warmer, rötlich-heller Farbe. Es hat ähnliche Eigenschaften und Haltbarkeit wie Teakholz. Die massive Verarbeitung gewährt eine hohe Stabilität und Lebensdauer.

Holunderholz
Holunderholz stammt vom Holunder (Sambucus) und wird überwiegend im Kunsthandwerk, sowie in der Flöten- und Pfeifenherstellung eingesetzt. Es hat eine gelblich bis dunkelgraue Farbe. Auffällige Merkmale sind die sichtbaren und grobwelligen Jahresringe und Nadelrisse im Längsschnitt. Holunder ist dicht, hart, mittelschwer und leicht spaltbar. Weltweit gibt es etwa 20-30 verschiedene Arten.

Molaveholz
Molaveholz ist ein dicht strukturiertes, tropisches Hartholz von freundlicher, heller Farbe. Es ist extrem robust und sehr schwer, und daher von sehr langer Haltbarkeit. Die massive Verarbeitung gewährt gute Stabilität und lange Lebensdauer.

Mahagoniholz
Westindisches Mahagoni (Swietenia mahagoni (L.) Jacq., Syn.: Cedrela mahagoni L.) gehört aufgrund seiner Seltenheit zu den teuersten Hölzern der Gegenwart und stammt von tropischen Laubedelhölzern mit meist rötlicher Maserung auf hellem Grund. Unsere Objekte werden aus den Wurzeln alter, gefällter oder natürlich umgestürzter Bäume angefertigt. Die Wurzeln, oft mehr als 150 Jahre alt, werden mit aller Sorgfalt von Hand ausgegraben, vorsichtig gereinigt und getrocknet. Die Objekte sind sehr stabil und von langer Haltbarkeit. Diese soliden Wurzeln sind von der Natur sehr eigensinnig und urig geformt worden. Daher haben alle Objekte ihren eigenen Charakter, und kein Stück gleicht dem Anderen. 
Wegen des massiven Einschlags und Exports in der Vergangenheit, ist Mahagoniholz in seinen Beständen stark dezimiert worden. Sein natürliches Vorkommen beschränkt sich ausschließlich auf die Karibischen Inseln und hat Handelsnamen wie Kuba-, San Domingo-, oder Haiti-Mahagoni. Heute im Handel erhältliches Holz dieser Art stammt aus Anbaugebieten Südasiens und wird speziell für den luxuriösen Möbelmarkt sowie Kunsthandwerk angebaut.

Red Wood-Holz
Red Wood ist eine sehr schwere und haltbare Holzsorte, von großen Mammutbäumen abstammend. Die edle, dunkelrote bis braune Farbe und die feine Struktur vermitteln dem Holz eine wertvolle Ausstrahlung. Das Holz ist etwas weicher als Teakholz, jedoch durch die dichte, massive Struktur von derselben guten Qualität.

 

 

Schmuck

 

Perlen Herkunft

Perlen werden schon seit vielen Tausend Jahren wegen ihrer Schönheit und Seltenheit geschätzt. So verehrten die Einwohner im alten China, Ägypten, Indien, in der arabischen Welt, im antiken Rom und auch die Urkulturen Amerikas diese einzigartigen, natürlich gewachsenen Kostbarkeiten.

Perlen sind die einzigen Schmuckstücke, welche in einem lebenden Organismus heranwachsen. Sie formen sich in Austern und Weichtieren, in deren Fleisch sich ein Fremdkörper einnistet. Als Reaktion auf diesen Fremdkörper sondert die Muschel eine kristalline Substanz ab, die sich in vielen Schichten um den Fremdkörper schließt und die Perle formt. Diese Substanz, wird dann Perlmutt genannt. Die Perlmuttschicht besteht im Wesentlichen aus mehreren Schichten kristallinem Kalziumkarbonat und Conchiolin.

Es gibt natürlich viele Tausende verschiedene Arten von doppel-schaligen Muscheln, allerdings sind nur ca. 8.000 dieser Arten bekannt und nur etwa 20 davon sind in der Lage Perlen zu produzieren. Diese Naturperlen sind daher immer besonders selten und wertvoll. Sie sind deshalb so selten und teuer, da sich die vielen Schichten des Perlmutt oft unregelmäßig um den Fremdkörper im Inneren der Muschel legen und dann entweder rund oder kugelförmig entstehen. Fast alle natürlich gewachsenen Perlen sind unregelmäßig geformt.

Nur eine äußerst geringe Anzahl von Muscheln produziert unter natürlichen Bedingungen überhaupt eine Perle. Von den wiederum wenig entstandenen Perlen hat gerade mal ein Bruchteil wünschenswerte Formen oder Farben und nur ein Minimum davon wird von Menschen jemals gefunden werden. Würden wir uns dabei nur auf die Natur verlassen, könnten sich wohl nur die Wohlhabenden auf dieser Welt an solchen Perlen erfreuen. So wird z:B. die „Perle des Lao-Tzw“, eine der seltensten und teuersten der Welt, heute auf einen Wert von 40 Millionen US-Dollar geschätzt.

Dieser Umstand ließ einige japanische Forscher im späten 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Methode zur künstlichen Herstellung von Perlen entwickeln. Im Wesentlichen beinhaltet diese Methode das Einbringen eines Fremdkörpers in das Muschelfleisch. Danach wird die so ausgestattete Muschel wieder dem Meer überlassen, um die natürliche Entwicklung einer hoffentlich prachtvollen Perle abzuwarten. Kokichi Mikimoto gebührt die Ehre, diese Technik der künstlichen Stimulation zur Entwicklung runder Perlen in Austern perfektioniert zu haben. Im Jahre 1916 wurde ihm dafür das Patent verliehen.

Diese Entdeckung Mikimotos öffnete die Türen für ein wirtschaftliches Wachstum der Perlenindustrie, in der Perlen wie Nutzpflanzen ‚angebaut’ werden können. Zuchtperlen können seit dieser Zeit endlich in ausreichenden Mengen produziert werden und somit kann sich nun jeder ihrer Bewunderer damit schmücken.

Zitat: „Die Perlen sind die Freudentränen der Götter über uns Menschen“.

 

Perlenzüchtung

Zuchtperlen wachsen auf den Plantagen einer Perlenfarm, wo mehrere Tausend Muscheln bepflanzt und über einen Zeitraum von 2 Monaten bis 6 Jahren gepflegt werden, also der Zeitraum, den eine Perle braucht, um sich zu entwickeln. Wie auch in jedem anderen Anbaubereich, ist die Züchtung einer Perle abhängig von Glück und entsprechendem Geschick. Die gesamte Zucht von Muscheln kann durch unvorhersehbare und nicht zu kontrollierende Faktoren wie Wasserverschmutzung, starke Stürme, große Hitze bzw. Kälte, Krankheiten und durch weitere negative Einflüsse durch Mensch und Natur negativ beeinflusst oder ganz zerstört werden. Obwohl die Züchter sehr auf die Umstände achten, kann eine Perlenzucht wirklich ein Risikogeschäft sein.

Bevor ein Züchter überhaupt damit anfangen kann, Muscheln zu bepflanzen und den Prozess der Zucht zu beginnen, müssen dementsprechende Muscheln vorhanden sein. In den frühen Tagen der Perlenzuchtindustrie wurden diese Muscheln einfach aus dem Meer gefischt. Heute wendet man eher die modernere Praxis an und züchtet die geeigneten Muscheln.

Der Perlenzüchter sammelt Muschelsperma und Eier der am besten geeigneten Muscheln, welche sich auf der Farm befinden und benutzt das Sperma um die Eier zu befruchten und zeugt somit neue Muschellarven. Die Larven schwimmen unter kontrollierten Bedingungen frei im Wasser, bis sie ein paar Wochen alt sind um sich dann an spezielle Vorrichtungen festzusetzen, welche der Perlenzüchter dafür im Wasser bereitgestellt hat.

In der Wildnis des Meerwassers würden sich die Larven in diesem Entwicklungsstadium an einem Felsen oder Stein festsetzen. Nach einigen Monaten entwickeln sich die Larven zu Baby-Muscheln, welche dann vom Züchter in einem so genannten Baby-Bereich der Farm umgesiedelt und dort für 1 bis 2 Jahre gehalten werden, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Muschel groß genug für eine vorzunehmende Einpflanzung ist.

Der Prozess der Einpflanzung ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Fremdkörper in die Muschel eingepflanzt wird. Dieser Fremdkörper verursacht Irritationen, bzw. Reaktionen der Muschel, welche daraufhin Perlmuttsubstanz freisetzt, den Fremd-körper umhüllt und dann beginnt, eine Perle zu formen.
Es gibt zwei Arten von Einpflanzung:

Salzwassermuscheln werden befruchtet, indem man einen Gewebekern auf Basis der Perlen-Mutter Substanz einpflanzt. Der Kern wird zuerst mit einem kleinen Stück Gewebe einer Spendermuschel umhüllt und beides zusammen in die Muschel eingepflanzt. Er dient als Halteform oder Einsatz, welcher die Perle entwickelt. Die daraus entstehende Perle sieht den Kern als Mittelpunkt an (den Punkt, den man mit Röntgenstrahlen durchleuchten kann) und die Perle wird sich ähnlich wie der Originalkern weiterentwickeln.

Süßwassermuscheln werden nur durch den Einsatz eines fremden Gewebestücks, aber ohne Kerneinsatz befruchtet. Die Perle entwickelt sich im Bereich des eingesetzten Gewebeteils, welches sich über die Zeit hinweg auch fehl entwickeln kann, formt dann aber eine Perle aus purem Perlmutt. Bekannte Zuchtperlenarten sind z.B.: Tahiti-Zuchtperlen, Südsee-Zuchtperlen, Akoya-Zuchtperlen und Süßwasser-Zuchtperlen.

Nach der Einpflanzung werden die Muscheln für einige Wochen in Ruhe gelassen, damit sie sich von dem chirurgischen Eingriff erholen können. Während dieser Zeit können die Muscheln durchaus das Implantat ausscheiden, andere werden krank und sterben ab. Die meisten aber überstehen diese Zeit ganz gut.

Diese Muscheln werden in Körbe oder Netze gelegt und in die Muschelplantage unter Wasser gesetzt, wo sie während der Entstehung der Perle aufbewahrt werden. Abhängig von der Muschelart, kann dieser Prozess zwischen einigen Wochen und mehreren Jahren dauern.

Währen der Wachstumsphase der Perlen beobachten die Perlenzüchter sehr genau die Wasserqualität, das Wetter und alle anderen Faktoren welche die Gesundheit und die Entwicklung der Perlen beeinflussen könnten. Einige Muscheln benötigen verschiedenste Wassertemperaturen, um die besten Perlen zu formen. Die Züchter müssen des Öfteren die Wassertemperatur überprüfen um anschließend, bei wärmeren Temperaturen die Körbe zu senken und bei kälteren Temperaturen die Körbe anzuheben. Die Körbe oder Netze werden z.B. auch bei Stürmen gesenkt, um die Muscheln vor Wasserturbulenzen zu schützen.

Die Wasserverschmutzung ist für die Muscheln ein stetiges Problem und daher unternehmen alle Perlenzüchter zahllose, notwendige Schritte, um die Sauberkeit des Wassers zu garantieren. Nachdem sich die Perlen voll entwickelt haben, müssen diese geerntet werden. Die Perlen werden dann aus den Muscheln entfernt, gewaschen, getrocknet und in verschiedene Kategorien sortiert. Manchmal werden die Perlen auch poliert, indem man sie in Salz und Wasser dreht. Danach werden die Perlen an Schmuckhersteller, Produzenten und Händler verkauft.

 

Süßwasserperlen

Obwohl die traditionelle Herkunft von Perlen Austern sind, die im Salzwasser leben, können auch Weichtiere, die in Süßwasserseen und Flüssen leben, Perlen hervorbringen. China erntet Süßwasserperlen seit langer Zeit. Erste Überlieferungen, in denen Perlen erwähnt wurden, stammen aus dem Jahr 2206 vor unserer Zeitrechnung. Die USA waren auch ein bedeutendes Herkunftsland für Süßwasserperlen seit der Entdeckung der neuen Welt bis ins 19. Jahrhundert, als Übererntung und die zunehmende Umweltverschmutzung die Anzahl der Perlen produzierenden Muscheln erheblich reduzierte.

Süßwasserperlen haben in der Regel etwas weniger Glanz (Lüster) als Salzwasserperlen. Allerdings entstehen sie in einer Vielfalt von Formen und Farben und sind deutlich günstiger im Preis, weshalb sie ausgesprochen beliebt sind. Süßwasserperlen sind relativ robust und widerstehen Absplitterungen, Abnutzung und zeigen weniger Gebrauchsspuren.

Süßwasserperlen unterscheiden sich von anderen Zuchtperlen dadurch, dass sie nicht mit einem Kern versehen werden. Stattdessen wird nur ein kleiner Schnitt im Mantelgewebe vorgenommen, in den ein Gewebeteilchen einer anderen Auster eingesetzt wird. Dieser Vorgang wird bis zu 25 Mal an jeder Hälfte der Auster vorgenommen, so dass bis zu 50 Perlen entstehen können. Die Muscheln werden dann zurück in ihren Lebensraum im Süßwasser gesetzt und zwischen 2 und 6 Jahren gehegt und gepflegt. Das Resultat sind Perlen, welche aus solidem Perlmutt bestehen, während sich die Gewebeteilchen auflösen oder abgestoßen werden. Die fertigen Perlen sind aber nur selten wirklich rund, da kein Kern eingepflanzt wurde, der die Form beeinflussen konnte.

In den letzten Jahren konnten die Chinesen die Kunst der Süßwasserperlenzucht auf ein neues Niveau bringen. Seit ungefähr 10 Jahren ist die Qualität der gezüchteten Perlen so hoch, dass die Top-Qualitäten einiger Ernten kaum von den verwandten Salzwasserperlen zu unterscheiden sind. Seitdem steigt das Interesse an Süßwasserperlen als bezahlbare Alternative zu den teureren Salzwasserperlen wieder an.

 

Perlen Farben

Perlen kommen in vielen Farben vor, von weiß bis hin zu schwarz. Besonders die Tatsache, dass Perlen organisch gewachsene Schmuckstücke sind, trägt alleine schon zu einer großen Vielfalt von Farbschattierungen bei.

Die natürlichen Farben einer Perle sind von einer Kombination verschiedener Faktoren abhängig:

Die „Körperfarbe“ der Perlen ist die Hauptfarbe. Sie kann weiß, silberfarben, cremefarben, goldfarben, grün, blau oder sogar schwarz sein. Die Spezies der Auster oder Muschel, in der die Perle wächst (bestimmte Arten bringen normalerweise bestimmte Farben hervor), sowie die Umweltbedingungen oder der Typ Fremdkörper, der implantiert wird, sind dafür ausschlaggebend.

Die „Überfarbe“ ist der durchsichtige Schimmer, der sich über der Körperfarbe der Perle zeigt. Diese „Überfarbe“ verändert die Körperfarbe ein wenig, und schenkt satte und leuchtende Nuancen. Zum Beispiel kann eine Perle weiß sein, aber mit einem roséfarbenen Schimmer überzogen sein. Manche Perlen haben auch gar keine Überfarbe.

Der Begriff „Orient“ benennt den irisierenden Glanz, der scheinbar auf der Perle tanzt und funkelt, wenn die Perle bewegt wird. Dieses Phänomen entsteht durch das Licht, das von den verschieden dünnen Perlmuttschichten reflektiert wird. In den 30er Jahren entstanden an Japans Biwasee Süßwasserperlen in ganz neuen Farben. Farben, die zuvor für Salzwasserperlen unbekannt waren. Von Zeit zu Zeit verlangte das Modediktat sogar das künstliche Färben oder bemalen von Perlen.

 

Perlen-Glanz „Lüster“

Der Lüster beschreibt im Wesentlichen die Fähigkeit der Perle, Licht zu reflektieren oder die Brillanz ihrer Oberfläche. Je mehr eine Perle schimmert, desto mehr glänzt sie und reflektiert Licht und Farben. Perlen mit wenig Lüster erscheinen mehr kreideartig und weiß, als strahlend und brillant.

Der starke Lüster ist das Resultat der Anzahl von Perlmuttschichten, aus denen die Perle geformt wurde, die wiederum einen Hinweis darauf geben, wie lange die Perle in der Auster heran wachsen durfte. Perlen mit starkem Lüster sind gewöhnlich sehr viel wertvoller, als solche mit einem schwachen Lüster. Eine Ausnahme sind hier Keshi oder Mohnsamenperlen. Da diese aus 100% Perlmutt bestehen, sind die Keshi Perlen meistens besonders leuchtend, aber oft günstiger als Zuchtperlen.